Geplante Obsoleszenz beenden: EU fordert, Frankreich handelt und deutsches Verbraucherministerium ignoriert Faktenlage

Verbraucherstaatssekretär Ulrich Kelber (SPD) sieht keine "Nachweise" dafür, dass Geräte absichtlich schlechter gebaut werden als nötig. Mehr als erstaunlich ist diese nach wie vor anhaltende Missachtung der Faktenlage. Die Formulierung "schlechter als nötig" (siehe verlinkten Artikel) ist dabei entlarvend. Während das EU-Parlament bereits von den Ländern konkrete Massnahmen gegen geplante Obsoleszenz fordert, der EWSA ebenso, Frankreich Gesetze gegen geplante Obsoleszenz beschliesst und zahlreiche Belege, Verbraucherforscher, Zeitzeugen und eine beredte Geschichte zur geplanten Obsoleszenz deren Existenz umfassend bestätigen, sehen sich die vom Umweltbundesamt beauftragten Studienmacher nicht in der Lage, sich dazu mit eigenen Erkenntnissen zu äußern.…

Die trügerische „Circular economy“: wie aus Öl Wasser werden soll

Die Berater der "Kreislaufwirtschaft" bereiten auf die Post-Erdölära vor. Hier kann man die sybillischen Worte erfahrener Beratungsprofis von McKinsey lesen, die aus unserem Streben zu einer funktionierenden Kreislaufgesellschaft ihre Begründungsstrategie für eine vollständige Privatisierung von Wasser als "Produkt" ableiten. Nachtigall, ich hör dir trapsen. Aus Öl soll Wasser werden? Motto: Wer das von ihm verdreckte Wasser reinigt, sollte es dann auch verkaufen dürfen. Nicht nur Wasser ist ein öffentliches Gut und Menschenrecht. Nicht alles darf Produkt werden. Wir müssen hier jetzt als Kreislaufgesellschaft konsequent Grenzen setzen und nachhaltige Produktverantwortung ebenso einfordern wie den konsequenten Schutz…

Praktische Ressourcenschonung konkret

Jeder Rohstoff ist endlich. Ein guter Umgang damit ist notwendig und auch möglich. Langlebige Produkte bevorzugen, mehrfach nutzen und bewusst verbrauchen - das sind Spielräume, die Verbraucher haben. Unternehmen entwickeln Strategien, Material einzusparen, effizienter zu nutzen und Produkte herzustellen, die länger halten und wieder verwertbar sind. Ressourcenschonendes Denken und Verhalten setzt sich nicht von allein durch. Die diesjährige Fortführung des Pankower Netzwerk-Dialogs möchte Impulse geben. Regionale Beispiele für Ressourcenschutz, die durch Bürger, Wirtschaft und Kommunalpolitik umgesetzt werden, zeigen, wie es geht. Erkennen, erfahren und diskutieren Sie mit! Wann: Dienstag, 19.05.15 17.00 bis 21.00 Uhr Wo:…

Anhörung vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung

Am 17.12.2015 hatte ich auf Einladung vom Vorsitzenden des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung Herr MdB Andreas Jung Gelegenheit in der Öffentlichen Anhörung zum Thema "Weiterentwicklung der Produktverantwortung" als Experte die zahlreich anwesenden Abgeordneten der Bundestagsfraktionen auf die Dimensionen der geplanten Obsoleszenz hinzuweisen und in meinem Kurzvortrag bereits heute festzustellenden Rechtsverletzungen (siehe Fallbeispiele) zu thematisieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. http://youtu.be/FCRDEUw2HwU Eingangsstatement ab 00:44:18 und zur Beantwortung der Fragen aus der Diskussion ab 01:07:29 Ausschußdrucksachen Ausschussdrucksache 18(23)25-4 (Stellungnahme des Sachverständigen Stefan Schridde, MURKS? NEIN DANKE! e.V.) Ausschussdrucksache 18(23)25-5 (Präsentation von MURKS? NEIN DANKE! e.V.)

Können sich Hersteller Murks noch leisten?

Frankreich bestätigt: geplante Obsoleszenz ist eine strafbare Handlung. In Frankreich wird aktuell eine Gesetzesinitiative umgesetzt, die die geplante Obsoleszenz – also die mit Absicht verkürzte Lebensdauer von Produkten – strafbar machen soll. Hersteller und Importeure können damit wegen Betrugs vor Gericht gestellt werden. Der Vorstoß in Frankreich weist in die richtige Richtung. Doch die Maßnahmen greifen zu kurz und könnten sich als herstellerfreundliche Nebelkerze erweisen. MURKS? NEIN DANKE! plädiert für eine verbesserte deutsche Antwort und startet einen öffentlichen Aufruf. Stefan Schridde, Autor des soeben im oekom Verlag erschienenen Buches „Murks? Nein Danke!“ und Vorstand der…