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Frankreich bestätigt: geplante Obsoleszenz ist eine strafbare Handlung. In Frankreich wird aktuell eine Gesetzesinitiative umgesetzt, die die geplante Obsoleszenz – also die mit Absicht verkürzte Lebensdauer von Produkten – strafbar machen soll. Hersteller und Importeure können damit wegen Betrugs vor Gericht gestellt werden. Der Vorstoß in Frankreich weist in die richtige Richtung. Doch die Maßnahmen greifen zu kurz und könnten sich als herstellerfreundliche Nebelkerze erweisen. MURKS? NEIN DANKE! plädiert für eine verbesserte deutsche Antwort und startet einen öffentlichen Aufruf.

Stefan Schridde, Autor des soeben im oekom Verlag erschienenen Buches „Murks? Nein Danke!“ und Vorstand der gleichnamigen Initiative, erläutert die Hintergründe dieser für Europa bedeutenden politischen Entwicklung. Wie ist die Initiative der Franzosen zu bewerten, welche Konsequenzen hat sie für Deutschland, wohin muss die Reise gehen? Lesen Sie hier das Positionspapier.

Am 25. und 26. Juli (Freitag/Samstag) ist es in Berlin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft soweit. Nach Monaten fleissiger Arbeit wird der  MURKS.SHOWROOM@WERKSCHAU eröffnet. Die zehn Teilnehmerinnen meines Praxisprojektes im Masterstudiengang Museumsmanagement präsentieren im Rahmen der Werkschau an der HTW-Berlin ihre Ergebnisse, auf die sie zu Recht stolz sein dürfen.

In den vergangenen Monaten haben sie mit großer Kompetenz und Kreativität aus dem MURKS.SHOWROOM ein Konzept für eine moderne Wanderausstellung geschaffen, welche im gesamten Bundesgebiet über die Ursachen und Folgen der geplanten Obsoleszenz aufklären soll. Auf dem Gelände der HTW in Oberschöneweide könnt ihr euch die überzeugenden Ergebnisse im Gebäude A in der fünften Etage anschauen.

Es erwarten euch eine ansprechende Ausstellung in Form einer kleinen Wohnung mit sechszehn Exponaten sowie Informationen in Form von Schautafeln. Das Interieur wird durch ein sympathisches Team betreut und ihr seid alle willkommen. Vor Ort erfahrt ihr mehr über ein moderne virales Ausstellungsformate und wie sich der MURKS.SHOWROOM künftig über das ganze Land ausbreiten soll. Die erste Termine sind bereits gebucht.

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Mehr als 15 Tausend Fans

November 20th, 2013 | Posted by Stefan Schridde in Öffentlichkeit - (0 Comments)

Heute haben wir auf Facebook die 15.oooer Marke genommen. Das uns mittlerweile soviele Menschen ihr “Like” geben, ist ein deutliches Zeichen für die hohe Relevanz unseres Engagements. Ich freue mich persönlich sehr über diesen großen Zuspruch und die starke Unterstützung, die von all diesen Menschen ausgeht. Sie gibt mir und vielen anderen konkreten Anlass zur Gewissheit, dass wir die “geplante Obsoleszenz” beenden werden.

Heute am 09.10.2013 war ich als Referent beim Ausschuss für Konsumgüter und Verbraucherpolitik vom Bundesverband der deutschen Industrie e.V. (BDI) in Berlin. Ich wurde vom BDI eingeladen, um dort über geplante Obsoleszenz zu informieren.  Der Ausschußvorsitzende Herr Dr. Bernhard Greubel verdeutlichte in seiner Begrüßung und Einführung, dass man das Problem der geplanten Obsoleszenz anerkenne und das dem Ausschuß an einem konstruktiven und fairen Diskurs über Lösungen gelegen ist.

Den Schwerpunkt legte ich dann im Vortrag (Folien zum Download) auf eine Darlegung der Sichtweise von MURKS? NEIN DANKE! durch knappe Thesen und stellte die Dimensionen der geplanten Obsoleszenz dar.  Den Mythos der Wegwerfgesellschaft widerlegte ich und verdeutlichte, dass die Industrie in der werdenden Kreislaufgesellschaft einen neuen Umgang mit NutzerInnen erlernen muss. Anhand der Ergebnisse aus der Studie verdeutlichte ich den stimulierenden Effekt von Haltbarkeit und definierte ein Handlungsprogramm für die Industrie, um die geplante Obsoleszenz abzuschaffen.

Nach dem Vortrag ergab sich eine erste Diskussion, die aufgrund der knappe Zeit der gefüllten Agenda kurz blieb, jedoch eine Fortsetzung finden soll. Einige von den TeilnehmerInnen vorgebrachten Fragen/Aussagen und meine Antworten gebe ich hier aus dem Gedächtnis, nicht unbedingt im genauen Wortlaut oder ihrer Reihenfolge, wieder.

Der Ausschuß begrüße Transparenz und den mündigen Verbraucher.

Dann kann man ja in eine Diskussion zur Offenlegung von geplanten Gebrauchsdauern einsteigen.

Im Thema erkenne man nichts Neues, Unternehmen streben bereits nach Nachhaltigkeit.

Das geplante Obsoleszenz nicht neu, sondern schon lange bekannt sei, ist zutreffend. Allerdings zeigt der Erfolg von MURKS? NEIN DANKE!, dass das Thema heute eine breitere Resonanz als bisher findet. Geplante Obsoleszenz schadet allen und es geht nun darum, ein Ende davon zu erreichen.

Braucht es eine zusätzliche Regulierungsinstanz?

Von einer zusätzlichen Regulierungsinstanz ist nicht die Rede. Jedoch hat die Gesellschaft das Recht und die Verantwortung, Unternehmen einen Rahmen zu setzen.

Werden nur Regelungen oder auch Verbote für notwendig gehalten?

Ein Anspruch der Hersteller auf generelle Designfreiheit ist nicht begründbar. Genauso wie Hersteller ihren Zulieferbetrieben Vorgaben machen, kann die Gesellschaft natürlich auch den Herstellern und dem Handel als ihren Zulieferern Vorgaben machen. So brauchen wir eine klarere gesetzliche Abgrenzung im Gewährleistungsrecht für den Unterschied von Mangel zum Verschleiß. Wenn beipsielsweise Schuhsohlen sich bereits in der Gewährleistungszeit abnutzen, so ist dies ein Mangel und kein Verschleiß. Dies muß jedoch per Gesetz klarer definiert werden. Ebenso braucht es ein erweiterte gesetzliche Regelungen gegen der festen Einbau von Akkumulatoren.

Wie steht es um das Interesse der Verbraucher an preisgünstigen Produkten?

Es ist in Zeiten von Armut und kostenbewußten Kunden durchaus nachvollziehbar, dass man beim Einkauf auf den preis achtet. Jedoch ist es nicht nachvollziehbar, dass Unternehmen zunächst mit ihrer Qualität werden, um dann dem Kunden vorzuwerfen, dass er solche für den gebotenenen Pries auch erwartet.

Abschließend gab es Dank und Applaus für den Vortrag und die Diskussion. Ich machte deutlich, dass ich öffentliche Veranstaltungen mit dem BDI zum Thema begrüße. Es bleibt nun weiteren Gesprächen überlassen, wie dieser erste Aufschlag weiter geführt werden wird.

Herausragendes Engagement für eine zukunftsfähige Entwicklung wurde gestern auf dem Netzwerk21Kongress in Stuttgart mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN geehrt. Das stetig wachsende Netzwerk MURKS? NEIN DANKE! e.V. (i.G.) aus Berlin, das sich für ressourceneffiziente Stoffkreisläufe beziehungsweise eine ethische Kreislaufwirtschaft engagiert, wurde in der Kategorie Initiativen gewürdigt. Entgegengenommen hat den Preis freundlicherweise Frau Prof. Dr. Lucia Reisch.

Auf dem siebten Netzwerk21Kongress in Stuttgart (8./9. Oktober 2013) sind traditionell die diesjährigen ZeitzeicheN-Preise vergeben worden. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller eröffnete die Veranstaltung. Laudatoren waren darüber hinaus: Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Prof. Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau.

Die feierliche Übergabe des Preises erfolgte durch Prof. Dr. Rolf Kreibich, World Future Council und Stefan Richter, Geschäftsführer GRÜNE LIGA Berlin und Sprecher des Netzwerk21Kongresses.

Seit sieben Jahren wird im Rahmen des Netzwerk21Kongresses das langjährige Engagement für eine zukunftsfähige Entwicklung in verschiedenen Kategorien gewürdigt. Erfolgversprechende Ideen für künftige Projekte werden mit dem ZeitzeicheN-Ideen-Preis prämiert. Insgesamt gab es 99 Bewerbungen.