Herr Herzog vom Herstellerverband BITKOM irrt

Im aktuellen Oekotest-Artikel "Geplanter Murks" äußert sich Christian Herzog vom Herstellerverband BITKOM zum Thema geplante Obsoleszenz. Hier kommentiere ich seine "Irrtümer": "Hersteller wollen den Kunden langfristig an sich binden. Sie können es sich gar nicht erlauben, den Kunden mit schlecht oder kurzlebig geplanten Produkten zu vergraulen", sagt Christian Herzog. Da wir Endkunden nicht beim Hersteller kaufen, ist der Irrtum offenkundig. Die Kunden der Hersteller sind die Handelsunternehmen, denen ebenso an Schnelldrehern im Sortiment gelegen ist. Allzu haltbares wird da eher gar nicht erst gelistet oder selektiv über den gehobenen Fachhandel in höheren Preissegmenten positioniert. Hersteller…

Der Druck wird größer, Aufklärungsbedarf ebenso Wann kommt die Banderole?

Bei Ökotest erschien ein umfangreich recherchierter Artikel zum Thema geplante Obsoleszenz. Viele Professoren melden sich zu Wort, einige Herstellerverbände sind auch dabei. Politiker ebenso. Der Druck auf die Umsetzung unserer Forderungen nach umfangreichen Kennzeichungspflichten wird größer. Deutliche Kennzeichnungspflichten für eingeschränkte Reparierbarkeit, fehlende oder kurze Ersatzteilverfügbarkeit sowie die geplante Gebrauchsdauer laut Produktentwicklung müssen laut Schridde in Form einer Banderole um die Verpackung - ähnlich wie bei Zigaretten - eingeführt werden. Der Aufklärungsbedarf bei Professoren steigt anscheinend auch. Weiterhin wird dort irrtümlich vermutet, es seien Kostengründen und Konsummuster die der Grund für geplante Obsoleszenz seien.

McKinsey bestätigt wirtschaftliche Kraft von Haltbarkeit und Kreislaufführung

Der Rat der Europäischen Union fordert eine klare Strategie gegen geplante Obsoleszenz. Auch die EU-Kommission will Produkte haltbarer machen. Die weltweit agierende Unternehmensberatungsgesellschaft McKinsey bestärkt diesen Kurs. "Dass in der Kreislaufwirtschaft mehr Chancen als Risiken stecken, hat mittlerweile auch die Wirtschaft erkannt. Würde die Ökonomie nach den EU-Plänen umgebaut, könnten die Kosten für Mobilität, Wohnen und Lebensmittel in Deutschland um 25 Prozent sinken, hat die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie ausgerechnet, die sie in der kommenden Woche in Berlin vorstellen will. Die Wirtschaft in Deutschland könnte jährlich um 0,3 Prozent schneller wachsen." [Spiegel 01/2016]

Rat der Europäischen Union fordert Massnahmen gegen geplante Obsoleszenz

Der Rat der Europäischen Union hat am 21. Juni 2016 seine Schlussfolgerungen zum Thema "Den Kreislauf schließen – ein EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft", die der Rat auf seiner 3476. Tagung vom 20. Juni 2016 angenommen hat, an die Delegationen der EU versandt. Unter Hinweis auf die vom Europäischen Rat am 17. Juni 2010 verabschiedete Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und die darin vorgesehene Leitinitiative "Ressourcenschonendes Europa", das 7. Umweltaktionsprogramm sowie auf die Entschließung des Europäischen Parlaments zum Thema "Ressourceneffizienz: Wege zu einer Kreislaufwirtschaft" und auf die Resolution der VN-Generalversammlung vom 25.…