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Dieser TV-Beitrag gibt eine gute Einführung in das Thema der geplanten Obsoleszenz und eignet sich wunderbar zur Weitergabe in Euren Freundeskreisen. Bitte stärkt unsere Arbeit als Organisation durch Eure Mitgliedschaft und Mitwirkung. Ich danke Euch allen herzlich dafür.

Künftig soll es in Frankreich möglich werden, Hersteller und Importeure wegen geplanter Obsoleszenz wegen Betrug vor Gericht zu stellen. Das Gesetz definiert die geplante Obsoleszenz entsprechend der von mir eingeführten Definition. (Quelle: Telepolis)

“Gesamtheit von Techniken, durch die derjenige, der das Produkt auf den Markt bringt, bezweckt, namentlich durch die Konzeptionierung des Produkts, die Lebensdauer oder den möglichen Gebrauchswert des Produkts absichtlich zu verkürzen, um den Verkauf von neuen Produkten zu erhöhen. Diese Techniken können insbesondere einschließen: den willentlichen Einbau einer Schadhaftigkeit, einer Sollbruchstelle oder eines programmierten, vorzeitigen Funktionsstopps, einer technischen Begrenzung, einer Verhinderung von Reparaturen oder einer beabsichtigten Nicht-Kompatibilität”

Die Gesetzesinitiative ist ein Teilerfog der nun mehr bald dreijährigen Kampagnenarbeit von MURKS? NEIN DANKE! und ist dabei eventuell ein unvollständiger trügerischer Schritt in die richtige Richtung mit falscher Stoßrichtung. Warum erst den Betrug abwarten und nicht gleich die Tat im Grunde verbieten?

Nachtigall, ick hör dir trapsen: Das Gesetz in Frankreich könnte zur Nebelkerze werden. Es schafft eine vermeintliche rechtliche Klarheit, die jedoch ohne Kläger bleiben wird. Der Konsument bleibt sich selbst überlassen und wird das Kostenrisiko gerichtlicher Prozesse scheuen. Kein Wunder, dass der Lobbyismus der Hersteller hier nicht kraftvoller in die Abwehr geht.

Frankreich geht jedoch entschlossener als unsere Regierung das Problem an. Frankreich schafft Klarheit. Geplante Obsoleszenz findet seinen Weg in die Gesetze, während man in Deutschland noch nach Beweisen für Tatbestände sucht, die von Zeitzeugen bereits bestätigt werden.

In meinem Buch “MURKS? NEIN DANKE! Was wir tun können, damit die Dinge besser” zeige ich ein differenziertes Therapieprogramm gegen die mittlerweile 216 Varianten der geplanten Obsoleszenz. Geplante Obsoleszenz schadet allen und muss auf allen Ebenen bekämpft werden.

In ihrem aktuellen Artikel “Geplante Obsoleszenz zwischen Wunsch und Ärgernis” hat Renate Hübner (Assistenzprofessorin am Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit an der der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) die geplante Obsoleszenz mit der Metapher eines Spiels betrachtet. Dabei arbeitet sie heraus, dass “Spielverderber” das schädliche Spiel der geplanten Obsoleszenz beenden können.

Menschen, die sich dem Kauf- bzw. Konsumzwang generell entziehen, also nicht mitspielen, sind solche Spielverderber im positiven Sinne. Ebenso können Skeptiker, die Verdachte mit Beispielen belegen, ebenso das Spiel der geplanten Obsoleszenz stören. MURKS? NEIN DANKE! trägt dabei ihrer Bewertung nach dazu bei, durch offensives Informieren und Bewerten von Produkten und Herstellern die Gruppe der Skeptiker zu vergrößern und deren Argumente zu fundieren. Mit weiteren Vorschlägen beschreibt Hübner zusätzliche Spielverderberstrategien, mit denen das ressourcenvernichtende Spiel beendet werden kann. In diesem Sinne bin ich gerne Spielverderber, wobei ich das darüber liegende Spiel der werdenden Kreislaufgesellschaft ebenso gerne befördere. Den Artikel von Renate Hübner stelle ich zum Download zur Verfügung.