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Dieser TV-Beitrag gibt eine gute Einführung in das Thema der geplanten Obsoleszenz und eignet sich wunderbar zur Weitergabe in Euren Freundeskreisen. Bitte stärkt unsere Arbeit als Organisation durch Eure Mitgliedschaft und Mitwirkung. Ich danke Euch allen herzlich dafür.

Frankreich bestätigt: geplante Obsoleszenz ist eine strafbare Handlung. In Frankreich wird aktuell eine Gesetzesinitiative umgesetzt, die die geplante Obsoleszenz – also die mit Absicht verkürzte Lebensdauer von Produkten – strafbar machen soll. Hersteller und Importeure können damit wegen Betrugs vor Gericht gestellt werden. Der Vorstoß in Frankreich weist in die richtige Richtung. Doch die Maßnahmen greifen zu kurz und könnten sich als herstellerfreundliche Nebelkerze erweisen. MURKS? NEIN DANKE! plädiert für eine verbesserte deutsche Antwort und startet einen öffentlichen Aufruf.

Stefan Schridde, Autor des soeben im oekom Verlag erschienenen Buches „Murks? Nein Danke!“ und Vorstand der gleichnamigen Initiative, erläutert die Hintergründe dieser für Europa bedeutenden politischen Entwicklung. Wie ist die Initiative der Franzosen zu bewerten, welche Konsequenzen hat sie für Deutschland, wohin muss die Reise gehen? Lesen Sie hier das Positionspapier.

Künftig soll es in Frankreich möglich werden, Hersteller und Importeure wegen geplanter Obsoleszenz wegen Betrug vor Gericht zu stellen. Das Gesetz definiert die geplante Obsoleszenz entsprechend der von mir eingeführten Definition. (Quelle: Telepolis)

“Gesamtheit von Techniken, durch die derjenige, der das Produkt auf den Markt bringt, bezweckt, namentlich durch die Konzeptionierung des Produkts, die Lebensdauer oder den möglichen Gebrauchswert des Produkts absichtlich zu verkürzen, um den Verkauf von neuen Produkten zu erhöhen. Diese Techniken können insbesondere einschließen: den willentlichen Einbau einer Schadhaftigkeit, einer Sollbruchstelle oder eines programmierten, vorzeitigen Funktionsstopps, einer technischen Begrenzung, einer Verhinderung von Reparaturen oder einer beabsichtigten Nicht-Kompatibilität”

Die Gesetzesinitiative ist ein Teilerfog der nun mehr bald dreijährigen Kampagnenarbeit von MURKS? NEIN DANKE! und ist dabei eventuell ein unvollständiger trügerischer Schritt in die richtige Richtung mit falscher Stoßrichtung. Warum erst den Betrug abwarten und nicht gleich die Tat im Grunde verbieten?

Nachtigall, ick hör dir trapsen: Das Gesetz in Frankreich könnte zur Nebelkerze werden. Es schafft eine vermeintliche rechtliche Klarheit, die jedoch ohne Kläger bleiben wird. Der Konsument bleibt sich selbst überlassen und wird das Kostenrisiko gerichtlicher Prozesse scheuen. Kein Wunder, dass der Lobbyismus der Hersteller hier nicht kraftvoller in die Abwehr geht.

Frankreich geht jedoch entschlossener als unsere Regierung das Problem an. Frankreich schafft Klarheit. Geplante Obsoleszenz findet seinen Weg in die Gesetze, während man in Deutschland noch nach Beweisen für Tatbestände sucht, die von Zeitzeugen bereits bestätigt werden.

In meinem Buch “MURKS? NEIN DANKE! Was wir tun können, damit die Dinge besser” zeige ich ein differenziertes Therapieprogramm gegen die mittlerweile 216 Varianten der geplanten Obsoleszenz. Geplante Obsoleszenz schadet allen und muss auf allen Ebenen bekämpft werden.